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Die schönsten Erinnerungen an die "Pforzemer Mess"

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Darum muss die Mess ins Netz

Normalerweise ist die Pforzemer Mess für die Goldstadt eine der zahlreichen, sommerlichen Großveranstaltungen, die die Menschen in Massen an die frische Luft lockt - doch in Zeiten von Corona ist so gut wie nichts mehr normal.

Egal ob Oechsle Fest, Gruschtelmarkt, Lichterfest oder eben auch das beliebte Volksfest auf dem Messplatz - Es sind Events, auf die die Pforzheimer in diesem Jahr verzichten müssen. Doch auf eines muss nicht verzichtet werden: auf Erinnerungen.

Die "Pforzheimer Zeitung" blickt deshalb in dieser Multimedia-Reportage zurück bis zu den Anfängen des Jahrmarktes.
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Die historische Mess

Die erste Mess in der Goldstadt nach dem Zweiten Weltkrieg war im Jahr 1947. Damals fand der Jahrmarkt am "alten Messplatz" an der Östlichen Karl-Friedrich-Straße, sprich am heutigen Enzauenpark, statt. 


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Von 1953 bis 1959 hatte die Mess im Stadtgarten Zuspruch der Pforzheimer gefunden. Erst seit 1960 wird sie auf dem damals nach modernsten Gesichtspunkten neu errichteten Messplatz entlang der Habermehlstraße aufgebaut. 

Von Beginn an werden im Vorfeld der Mess Marktpläne angefertigt. 1946 (siehe Bild links) waren es im Gegensatz zum Marktplan von 2018 (rechts) noch deutlich weniger eingeplante Attraktionen.
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„Meine Erinnerung an die Pforzemer Mess erhaltet ihr mit einem Bild aus dem Jahre 1950“, schreibt Michael Mehl aus Wurmberg an die PZ. Zu sehen beim Mess-Besuch mit der Mutter sind die drei Geschwister Roland, Michael und Klaus (von links), „in einer schwierigen Zeit nach dem Krieg“. Die Mess wurde damals noch in der Oststadt gefeiert.
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Die Erinnerungen von PZ-Leserin Adelheid Mayer aus Pforzheim

Die Mess in der Oststadt im Jahr 1940. Foto: Stadtarchiv
Die Mess in der Oststadt im Jahr 1940. Foto: Stadtarchiv
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 „Als ich das erste Mal auf die Mess mit durfte, war ich noch ein kleines Mädchen, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt. Meine großen Schwestern wollten dort hin, aber unsere Mutter bestand darauf, dass sie mich mitnehmen sollten. Mit ein paar Mark ausgestattet fuhren wir mit der Straßenbahn von Dillstein in die Innenstadt, dort stiegen wir um auf eine andere Linie Richtung Osten. An der Endstation stiegen wir aus. Diese befand sich an der Ecke Lindenstraße/Östliche. Dort stiegen wir ein paar Treppenstufen hinab, zu einem großen Gelände, das von Trümmergrundstücken gesäumt wurde, auf das Enzufer zu. Dort standen viele Pappeln, die noch größer waren als das Riesenrad. Danach berieten meine Schwestern, was wir uns mit dem restlichen Geld noch leisten könnten. Aber ich hatte einen Luftballon-Verkäufer mit vielen bunten Luftballons erspäht und überredete meine Schwestern zum Kauf eines wunderschönen Luftballons. Sie ließen sich breitschlagen und zeigten mir, wie man den Luftballon mit einer Schleife ums Handgelenk sichern konnte. Und so gingen wir langsam wieder in Richtung Straßenbahn, jedoch musste ich dringend Pipi machen. Meine Schwestern rieten mir, dazu in eines der Trümmergrundstücke zu gehen und wollten mir den kostbaren Luftballon abnehmen. Aber ich wollte ihn absolut nicht loslassen und ging auf die Mauerreste zu. Und als ich mich mit meinen Kleidern beschäftigte, entschlüpfte mir die Schnur und der Ballon flog weg. Meine Verzweiflung und mein Entsetzen waren riesengroß! Und so musste ich halt ohne Ballon nach Hause gehen, ich schämte mich noch lange für meine Dummheit. (…)“
Die Mess in der Oststadt im Jahr 1940. Foto: Stadtarchiv
Die Mess in der Oststadt im Jahr 1940. Foto: Stadtarchiv
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Kaum zu glauben, was PZ-Leser Richard Heinz aus Büchenbronn in seinem Archiv gefunden hat. In den Fünfziger Jahren wurde auf der Pforzemer Mess diese Frau „als dickste Frau der Welt" gegen Eintritt als Attraktion zur Schau gestellt. Um das Publikum anzulocken, wurde diese Postkarte auf der Mess verteilt.
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Eine Erinnerung von Renate Presslauer aus Pforzheim

Riesenrad und Geisterbahn: Fahrgeschäfte, die schon 1971 die Menschen anlockten. Foto: Stadtarchiv
Riesenrad und Geisterbahn: Fahrgeschäfte, die schon 1971 die Menschen anlockten. Foto: Stadtarchiv
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"Aus einem kleinen Dorf kommend, durften mein Bruder und ich Oma und Opa in Pforzheim besuchen. Allein das war schon ein Erlebnis. Die Verlobte unseres Onkels kam zu Besuch, und wir hörten mehrmals etwas von der Mess. Plötzlich sagte die Tante, ich werde morgen mit den Kindern zur Mess gehen. Wir zwei waren aufgeregt und unruhig, was uns da wohl erwartet. Der Messplatz befand sich damals in der Nähe der heutigen Firma Witzenmann und ganz nah bei der Wohnung der Großeltern. Tante Inge kam, und das Abenteuer konnte beginnen. Fremde Menschen, Losbuden, Musik und Verkaufsstände mit Zuckerwaren, Nüssen und Waffeln: Was gab es da alles zu sehen. Wir wussten nicht, an was unsere Blicke zuerst haften blieben. Da standen wir plötzlich vor einem Kettenkarussell, auf dem in kleinen Sesseln Kinder saßen. Fassungslos und wie gebannt standen wir davor. Die Frage von Tante Inge, ob wir auch einmal fahren möchten, wurde mutig, aber auch angstvoll bejaht. Bis heute habe ich meine Fahrt mit dem Karussell nicht vergessen, ebenso wie den Besuch auf der Mess.
Zum Schluss gab es noch Zuckerstangen und andere leckere Dinge. Zurück in unserem kleinen Dorf, erzählten mein Bruder und ich voll Begeisterung von dem Erlebnis auf der Mess. Und sollten bei einigen Pforzheimern Erinnerungen an die Cordianer vorhanden sein: Mein Bruder und ich waren sehr traurig, als wir erfuhren, dass die liebe Tante mit dieser Sekte nach Südamerika ausgewandert ist. Wir haben sie nie wieder gesehen und würden gerne wissen, wie es ihr ergangen ist."
Riesenrad und Geisterbahn: Fahrgeschäfte, die schon 1971 die Menschen anlockten. Foto: Stadtarchiv
Riesenrad und Geisterbahn: Fahrgeschäfte, die schon 1971 die Menschen anlockten. Foto: Stadtarchiv
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Immer einen Schnappschuss wert: der Schießstand.

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Die Mess in Zahlen

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Am Freitag, den 14. Juni 1974, besuchte ich mit meinen Kolleginnen vom Versandhaus Klingel die Mess. Zwei Tage zuvor hatte ich bei einem Fußballspiel einen attraktiven, jungen Mann gesichtet, der mir gut gefiel - den ich jedoch nicht zuordnen und schon gar nicht ansprechen konnte. Wie aus dem Nichts stand an besagtem Mess-Abend dieser junge Mann zwischen dem Festzelt und dem Losstand - dort wo man aktuell Bratwurst & Co erhält. Jedoch schien er sich für meine Kollegin zu interessieren... Nachdem er mich dann auch endlich wahrgenommen hatte, kamen wir ins Gespräch und teilen seither unser Leben miteinander. Dieser Besuch ist mittlerweile 46 her und wir haben zwei gemeinsame Kinder und einen Enkelsohn. „Das grüne Mäntele“, das für meinem Mann damals wohl Anlass war, mich anzusprechen, gibt es allerdings nicht mehr. Die Mess ist seither jedes Jahr ein absolutes Muss und wir erinnern uns gerne an diesen Abend zurück.






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Die Mess, wie wir sie heute kennen

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Die Mess in Zahlen

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PZ-Leser Marcel Reis hat 2019 Szenen der Mess für das persönliche Archiv zu einem Video zusammengeschnitten.

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Träume in Übersee von guten alten Zeiten auf der Mess

Die Kinder von PZ-Leserin Julia Pauels landeten 2018 auf der Titelseite der "Pforzheimer Zeitung".
Die Kinder von PZ-Leserin Julia Pauels landeten 2018 auf der Titelseite der "Pforzheimer Zeitung".
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„Das älteste Bild zeigt meine Eltern und mich im Jahr 1980. Ich hatte immer sehr schöne Erinnerungen an die Mess. Mein Vater ist leider 2018 verstorben, jedoch hatte ich ein paar Monate später die Möglichkeit, zum ersten mal meinen Kindern die Mess zu zeigen. Lustigerweise wurden meine Kinder dann sogar von einem Ihrer Fotografen fotografiert, ich wurde interviewt und wir sind auf der Titelseite der Zeitung gelandet :-) Ich lebe schon seit 20 Jahren in den USA und war sehr glücklich, dass zum Zeitpunkt unseres Deutschland-Besuchs vor zwei Jahren gerade mal wieder die Mess stattfand. Ich kann mir vorstellen, dass es für viele Pforzheimer sehr traurig sein wird, dass das Event dieses Jahr entfällt. Hier in Kalifornien sind die Covid-Maßnahmen noch immer sehr strikt, die meisten Geschäfte und Restaurants sind weiter geschlossen, zudem haben wir ja im Moment noch zusätzlich viele Proteste und Unruhen und daher ab 20 Uhr Ausgangssperre. Da hilft es auf jeden Fall, Erinnerungsbilder von der Mess auszugraben und ein wenig von den guten alten Zeiten zu träumen.“

Die Kinder von PZ-Leserin Julia Pauels landeten 2018 auf der Titelseite der "Pforzheimer Zeitung".
Die Kinder von PZ-Leserin Julia Pauels landeten 2018 auf der Titelseite der "Pforzheimer Zeitung".
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Schluss

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Technische Umsetzung der Multimedia-Reportage: Nina Tschan und Julia Wessinger 

Text:
Claudius Erb,  Nina Tschan und Julia Wessinger 

Fotos: Thomas Meyer, Georg Moritz, Stadtarchiv Pforzheim, Privat

Video: Dominik Türschmann, Anton Drosdezki und Kurt Rainer Maisenbacher

Videoschnitt: Dominik Türschmann und Nina Tschan

Musik: YouTube Audio Library


An dieser Stelle bedanken wir uns recht herzlich für alle Einsendungen der PZ-Leser und der Stadt Pforzheim, deren Marktmeister Marc Pfrommer sowie dem Stadtarchiv für die große Unterstützung des Projektes.
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